Student - Alexander
Wenn jemand sagt, dass ich mal etwas über Neuseeland berichten soll, dann fällt mir zunächst erstmal garnichts ein. Und warum?
Weil es so viele unglaublich schöne Sachen zu berichten gibt, sodass man garnicht weiß, wo man mit dem Erzählen anfangen soll!! Daher werde ich jetzt mal bei meiner Ankunft in Neuseeland anfangen.
Natürlich war ich nervös, meine Gasteltern zu treffen, aber wie sich noch am selbigen Abend herausgestellt hatte, schien sie doch wirklich freundlich zu sein und ich habe auch gleich schon erkannt, dass ich mit dem Gastbruder sämtliche Interessen teile und mich mit ihm echt gut verstehen kann.
In der ersten Woche musste ich dann jeden Tag zu einem Treffen mit der Organisation, die den ganzen Aufenthalt veranstaltete. Ich lernte dann viel über die geläufigen Vokabeln hier (ja, weil in Neuseeland werden zum Teil andere Wörter benutzt, sowie auch einheimische Maori-Begriffe) und lernte auch eine Menge über die heimische Kultur. Am Wochenende fuhren die Gasteltern einer anderen deutschen Austauschschülerin mich zur Cook's Beach, einem wirklich sehr, sehr schönen Strand. Das war der erste wirklich Moment, wo ich die Schönheit der Landschaft von Neuseeland sah und ich würde liebend gern wieder zu diesem Strand zurück!
Nach der Eingewöhnungswoche mit viel Unterstützung der Gastfamilie ging es dann auf zu meinem ersten Schultag. Ich habe damals wirklich nicht erwartet, dass die Schule noch größer als meine daheim ist und war natürlich auch völlig überfordert mit dem Stundenplan und dem Zurechtfinden in der Einrichtung. Dennoch traf ich sogleich am ersten Tag viele nette Schüler, die mir den Weg wiesen und das Schulsystem erklärten. In den Unterrichtsstunden habe ich auch schon mehrere Begegnungen mit freundlichen Schülern gemacht und habe mir gleichzeitig von diesen den Unterrichtsstoff erklären lassen, was wirklich sehr, sehr hilfreich war.
Auch wenn ich in den ersten Schultagen schon viele nette Gesprächspartner gefunden hatte, war der Cross-Country-Day ein echter Meilenstein! Denn an diesem schönen (Ja, das Wetter war wirklich wundervoll) Tag begann ich erstmalig, mich wirklich in die Schule zu integrieren und mit den Leuten wirklich gut klarzukommen. Desweiteren habe ich an diesem einzigen Tag wirklich sehr viele neue Bekanntschaften geschlossen, und so auch Moritz getroffen, einer der anderen deutschen Homestays, die sich auf der Schule befanden. Und damals hätte ich nie gedacht, dass ich mit ihm noch quer über die Südinsel Neuseelands reisen würde.
Nichtsdestotrotz ging das (allmählich) alltägliche Leben in Mount Roskill Grammar weiter. Ab und zu gab es extra Veranstaltungen für die International Students (also wir), bei denen man sich zum Pizza essen traf oder einige interessante Schauplätze besuchte, wie zB dem Skytower in Auckland Downtown.
Während das Leben in der Schule weiterging, trafen Moritz und ich uns sehr häufig in der Stadt, um ein bisschen erkunden zu gehen, oder Kino auf Englisch anzusehen. Oft spielten wir auch Billiard in einem der "Time Zones" oder gingen einfach mit ein paar anderen Kiwis shoppen, um unsere Kontakte zu pflegen.
Ein wirklich sehr lustiger Tag war dann der Mufti-Day, an dem jeder Lehrer und jeder Schüler ohne Uniform herumlaufen darf. Das war natürlich ein Highlight während meines Aufenthaltes, da ich dies nur einmal mitbekam. Es war ein Tag, an dem jeder gut gelaunt war, obgleich Lehrer oder Schüler, und ich kann mich auch daran erinnern, nach der Schule mit einigen Leuten ins nahegelegene Burger King gegangen zu sein, wo wir auch noch den Nachmittag genießen konnten.
Im Unterricht hatte ich mich inzwischen integriert und den meisten Stoff nachgeholt, obwohl, wie ich sagen muss, ich in Geography oft meine Probleme hatte, weil immer, wenn ich dachte, dass ich all den Stoff konnte, wir auf einmal bei einem für mich völlig anderen Thema waren. Es war wirklich sehr schwierig für mich, da hinterherzubleiben, aber dennoch fiel das Examen am Ende des Semesters doch ganz gut aus. Meine Lieblingsfächer waren Mathe und Physik. Hier ein großes Lob an den Physiklehrer, den alle immer "Charmander" nennen! Auch wenn er mir nicht oft im Unterricht half, da ich ohnehin in den Stoff sehr schnell reinkam, war er mir sogleich sympathisch durch sein Auftreten und seine lustigen Beispiele und Kommentare im Unterricht. Das Verkleiden von ihm als Security bei den Olympischen Spielen am Mufti-Day war das Tüpfelchen auf dem i. Sowohl mein Examen in Physik als auch das in Mathe fiel gut aus und ich habe mir ein dickes Lob eingesteckt.
Alles in allem ist Neuseeland das für mich absolut wunderbarste Land der Erde geworden!! Es hat alle meine Erwartungen vollkommen übertroffen und ich habe mir nie so sehr gewünscht, die Zeit zurückspulen zu können, um den Aufenthalt noch einmal genießen zu können. Aber ohne die Unterstützung von der Organisation, der Gastfamilie und der Schule hätte ich Neuseeland nie so erlebt, wie ich es jetzt habe!
Ein großes Danke!!! Alexander Schnelle 2009