Student - Sabine
Mount Roskill Grammar School – keine andere Schule ist geeigneter
Wenn ihr in Neuseeland eine Schule sucht, die euch mit offenen Armen empfängt, die eine erlebnisreiche Zeit garantiert, die anders ist als andere Schulen, besonders, dann ist MRGS genau das Richtige!
Ich hatte die Ehre ein Jahr (2006/07) lang diese Schule zu besuchen und ich könnte mir keine High School vorstellen, die für einen Auslandsaufenthalt geeigneter wäre.
Aber was genau ist das Besondere an MRGS? Worin unterscheidet sich die Schule zu deutschen Standards? Welche Erwartungen kann man haben?
Im Vergleich zu deutschen Schulen scheint in MRGS alles anders zu sein, anders auf eine positive Weise.
Bereits an meinem ersten Tag konnte ich das deutlich erkennen. Schon allein der optische Unterschied ist gravierend. Nach englischem Vorbild ist in Neuseeland in fast jeder Schule das Tragen einer Schuluniform Pflicht, so auch in MRGS. Ich fand es jedoch eher spannend als nervig. Auch wenn die meisten neuseeländischen Schüler die Uniform nicht befürworten, da sie schon seit der Grundschule welche tragen mussten und nie individuell entscheiden durften, was sie anziehen möchten, empfand ich gerade das als sehr angenehm.
Nach einer kurzen Einweisung durfte ich dann das Schulgelände erkunden, was sich als Highlight meiner ersten Tage erweisen sollte.
Im Gegensatz zu meiner deutschen Schule mit drei größeren Gebäuden, kam ich mir in MRGS am Anfang sehr verloren vor, da das gesamte Gelände aus ungefähr zwanzig kleineren ‚Blocks’ bestand. Sich da zurechtzufinden, war wirklich eine Herausforderung. Ich fühlte mich mit meiner kleinen Karte eher wie Tourist als ein neuer Schüler. Verschiedene Gebäude für verschiedene Fächer, mehrere Turnhallen, ein Schwimmbecken, riesige Sportanlagen, eine Bibliothek, eine Aula und sogar eine eigene Marae hat MRGS zu bieten. Es war schwer aus dem Staunen wieder herauszukommen... Wie ihr euch vorstellen könnt, habe ich immer eine Weile gebraucht, um den richtigen Raum für die jeweils nächste Stunde zu finden. Auf dem Weg hat man immer wieder neue unerforschte Ecken entdeckt. ;)
Womit wir schon beim zweiten Punkt angelangt sind: Der Unterricht. Wenn ihr z.B. Bio Chemie und Physik nicht mögt, dann müsst ihr in der Zeit, die ihr in MRGS verbringt auch kein Bio, Chemie oder Physik zu lernen. In der 12.Klasse muss man aus einer unendlich großen Auswahl, fünf Fächer belegen, wobei nur Englisch Pflicht ist. Das Repertoire reicht von Perfoming Arts, Drama, Photography, Media Studies, Computing und Economics über die in Deutschland auch unterrichteten Fächer bis hin zu Sports Science, Sports Leadership, Food and Nutrition und Early Childhood. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit Französisch, Japanisch oder Maori zu lernen, allerdings werden dafür Vorkenntnisse benötigt. Es ist also gar nicht einfach bei solch einem breiten Sortiment die fünf besten Fächer auszuwählen.
Was mir am meisten während meiner Zeit in MRGS gefallen hat, war die allgemeine Atmosphäre und das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern. Beide Seiten waren wirklich an einem gemeinsamen Erfolg interessiert. Die Lehrer waren freundlicher, entspannter und bereitwillig zu helfen, wenn jemand Schwierigkeiten hatte. (Ich wurde sogar ein Mal von der Koordinatorin für Austauschschüler nach Hause gefahren, weil es mir nicht besonders gut ging am Anfang. Welcher Lehrer in Deutschland würde das schon machen?) Das Selbe gilt für die Schüler. Die Tatsache, dass die Schule von Schülern 60 verschiedener Nationalitäten besucht wird, hat zur Folge, dass alle gelernt habe einander zu respektieren und friedlich miteinander umzugehen. Inder, Chinesen, Japaner, Europäer und sogar Behinderte teilen sich ihr Essen zur einstündigen Lunchbreak. Es kommt nicht auf die Herkunft, den sozialen Status oder die Noten an. Alle tragen die gleiche Uniform und sind gleichwertig. Die Schüler sind, wie der Großteil aller Neuseeländer, sehr aufgeschlossen, hilfsbereit und von Herzen gutmütig, sodass man ohne große Schwierigkeiten Anschluss findet.
Gelegenheiten dafür bekommt man genügend, da die Schule sehr engagiert ist, die Schüler (vor allem internationale) in außerschulische Aktivitäten einzubinden und einander näher zu bringen. Sehr förderlich ist es auch, wenn man so schnell wie möglich einer Schulmannschaft beitritt, denn der Schulsport genießt in Neuseeland sehr hohes Ansehen und ist eine gute Möglichkeit, Freundschaften zu schließen. Besonders die Sportarten wie Rugby, Netball und Cricket, die in Deutschland ja kaum verbreitet sind, kann man da erlernen. Ansonsten gibt es aber für so gut wie jede andere Sportart (Fußball, Basketball, Hockey, Volleyball, Tischtennis, Squash, ...) eine Schulmannschaft.Für die weniger Sportlichen, bietet die Schule natürlich auch künstlerische Alternativen wie den Chor, Instrumentenunterricht, die Drama Group und vieles mehr.
Meiner Meinung nach ist die Schule sehr empfehlenswert. Vom ersten Tag an habe ich mich wohl und willkommen gefühlt. Die Schüler sind sofort auf mich zugekommen und haben mich herzlich aufgenommen, genauso wie die Lehrer.
Die Schule ist sehr stolz darauf, eine der besten und multikulturellsten staatlichen Schulen in Neuseeland zu sein. Und das ist genau das, was vor allem Auckland widerspiegelt: Das friedliche Miteinanderleben und Akzeptieren verschiedenster Nationalitäten, vielmehr sogar noch das Lernen voneinander und übereinander. (Ich persönlich fand es zum Beispiel sehr interessant, einen Einblick in japanische, indische oder maori Traditionen zu bekommen.)
Vor allem die Schule hat durch die Schüler, die Lehrer, die Ausflüge und Aktivitäten dazu beigetragen, dass mein Jahr ein unvergessliches geworden ist. Wenn ich könnte, würde ich es sofort ins Flugzeug steigen und wieder hinfahren. Mount Roskill Grammar ist wirklich eine Schule, die alle Erwartungen erfüllt!
Sabine Vogelsang (Austauschschülerin in MRGS 2006/07)